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Buchvernissage von Frau Dr.h.c. Gertrud Bärtschi

Le vernissage du livre de Mde. Dr.h.c. Gertrud Bärtschi

 

 

 Nachdruck der Ansprachen an der Buchvernissage vom 20. April 2012  

Elsbeth Poget

Es ist mir eine grosse Ehre und Freude, Sie herzlich willkommen zu heissen. Wir vom Vorstand freuen uns sehr, dass wir uns hier versammeln dürfen, um Frau Dr. h.c. Gertrud Bärtschis grossen und unermüdlichen Einsatz für die Ärmsten in Peru gebührend zu feiern. Dir, Gertrud gilt mein spezieller Gruss. Ich weiss, es ist ein langjähriger Wunsch von dir, dass dein Wirken in einem Buch festgehalten wird. Heute ist es soweit. Auch Herrn Karl Schuler möchte ich speziell begrüssen und mich bei ihm bedanken, dass er sich bereit erklärte eine Hommage an Dich zu richten.
Dank dem grossen Einsatz von den beiden Presseverantwortlichen, Karin Hofheinz und Carlo Di Bisceglia, sind in der Region einige Artikel über Frau Bärtschi erschienen und Telebasel lud sie erneut zu einem Gespräch ein. Falls unter den Anwesenden auch Presseleute sind, möchte ich sie herzlich begrüssen und mich für ihr Interesse bedanken.    


Karin Hofheinz

Welch ein Glück für uns, dass nun die Eheleute Carolina Ocampo und Nicolas Matayoshi, die Hauseltern in GEMA in Huancayo, die Initiative ergriffen  und uns dieses Buch geschenkt haben. Um zu beschreiben, welche Umstände dazu geführt haben, muss ich etwas ausholen. Gertrud Bärtschi hat die beiden über Amnesty International in den 70er Jahren zu Zeiten des Wütens der Guerrillabewegung „Sendero luminoso“ (Leuchtender Pfad) kennen gelernt. Damals herrschten in Peru bürgerkriegsähnliche Zustände, weil die indigene Bevölkerung von der Regierung sehr  vernachlässigt worden war. Daraus ergab sich grosse Unzufriedenheit, Radikalisierung, schliesslich Aufstände vor allem im Gebiet Ayacucho (dort liegt auch Huancayo). Sowohl von Seiten der Regierung als auch von Seiten der Guerillas wurde sehr brutal vorgegangen.
Nicolas Matayoshi wurde in diesen Wirren verhaftet, und von der Schweizer Sektion von amnesty international adoptiert, nachdem festgestellt worden war, dass er als politischer Gefangener eingestuft werden konnte, da er   Gewalt weder angewendet noch befürwortet hatte. Gertrud, die damals schon spanisch sprach, hat ihn im Rahmen ihrer Amnestyarbeit betreut, d. h. sie hat, wie das bei von ai  „adoptierten“ Gefangenen üblich ist, neben Petititionsbriefen an Regierungsverantwortliche und Gefängnisleitung auch ihm direkt ins Gefängnis geschrieben. In einem solchen Fall schreiben viele amnesty-Mitglieder, Gertrud hat aber  – wie nicht anders zu erwarten – von Hand geschrieben.  Das war auch damals schon so ungewöhnlich, dass Carolina, seine Frau antwortete und auf diese Weise war der Kontakt hergestellt. Kurz und gut, Nicolas kam frei und einige Jahre später - 1984 - gründeten  Gertrud und Carolina das Projekt GEMA, das Haus für arbeitende Strassenkinder in Huancayo, über das uns Herr K. Schuler berichten wird. GEMA steht für gente del manana „Leute von Morgen“, GEMA heisst übersetzt  Edelstein. Nicolas, war als politischer Gefangener eingesperrt worden, weil er sich als Intellektueller verdächtig gemacht hatte. Er ist eigentlich Schriftsteller, ein Poet. Schon 2001 hat er mir, als ich zusammen mit Gertrud GEMA besuchte, einen kleinen Gedichtband mit eigenen Gedichten geschenkt. Er verfasst auch Schulbücher, er schreibt aus Berufung. Carolina und er beschlossen aus Dankbarkeit für Gertruds Engagement eine Hommage an sie zu schreiben. Carolina hat all die vielen Briefe, die ihr Gertrud im Laufe der Jahre geschrieben hat, aufgehoben und für dieses Büchlein gründlich durchgeforstet. Die ausgewählten Zitate spiegeln Gertrud so authentisch wider, wie wir es gar nicht besser formulieren könnten. Sie haben die anderen Projektleiter in Peru interviewt, natürlich auch mit Gertrud selbst  gesprochen und so entstand dieser informative Band..... mehr will ich gar nicht darüber verraten, denn Sie sollen ihn mit Interesse lesen!

Das Besondere  an diesem Büchlein ist, dass es auf spanisch verfasst wurde und von einer Freundin von Gertrud, Frau Anne Marie Tapia Fries, übersetzt wurde. Frau Fries ist zusammen mit Gertrud nach Peru eingereist und lebt heute noch in Peru. Die Gestaltung des Büchleins übernahm die Tochter von Carolina und Nicolas, Almendra, und das ganz Besondere ist, dass beide Ausgaben in der an GEMA angeschlossenen Druckerei, die ja auch von Gertrud finanziert worden ist, gedruckt wurden. Auch die deutsche Ausgabe, obwohl in der Druckerei kein Mensch deutsch spricht. So können wir nur zu gut verstehen, dass sich einige Fehler eingeschlichen haben,... aber die Korrektur liegt bei, genau so wie wir das auch kennen von Büchern, die hier gedruckt werden.

Wir können uns gar nicht genug bedanken für den unglaublichen Einsatz, den Carolina und Nicolas, ja die ganze Familie mit dem Recherchieren, Schreiben und Gestalten dieses Büchleins geleistet haben. Im Vorstand fragten wir uns, ob Carolinas schwere Erkrankung nicht auch eine Reaktion ist auf die enorme Arbeitsbelastung, die sie sich in ihrer Freizeit mit diesem Buch zugemutet hatte. Carolina erkrankte im vergangenen Sommer am Guillain Barré Syndrom, eine Lähmung des ganzen Körpers, von der sie sich langsam erholt. Sie kann immer noch nicht arbeiten, ihr Mann ist in GEMA für sie eingesprungen, aber er hatte ja eigentlich andere Verpflichtungen....Wir alle hoffen, dass sie in den kommenden Wochen wieder in GEMA für die Kinder da sein kann.
Ein weiterer Glücksfall ist, dass Herr Karl Schuler sich bereit erklärt hat, heute hier zu uns zu sprechen.
Herr Schuler  ist Kommunikationsleiter der internationalen Zusammenarbeit des SRK und reist in alle Krisengebiete auf dieser Welt, um die Situation zu beurteilen.


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Copie des allocutions lors du vernissage du 20 avril 2012

Elsbeth Poget

C’est un grand honneur et une grande joie pour moi de vous souhaiter cordialement la bienvenue. Nous, membres du comité, nous réjouissons de pouvoir nous rassembler ici, pour pouvoir fêter avec mérite l’énorme engagement de notre infatigable Mme Dr.h.c. Gertrud Bärtschi auprès des miséreux du Pérou. Mon salut tout spécial s’adresse à toi, Gertrud. Je sais que tu avais depuis longtemps le souhait de voir tes activités relatées dans un livre. Aujourd’hui, c’est chose faite ! Je voudrais aussi saluer Mr. Karl Schuler et aimerais le remercier d’avoir accepté de te rendre hommage. Grâce aux gros efforts réalisés par les deux responsables de presse, Karin Hofheinz et Carlo Di Bisceglia, de nombreux articles sur Mme Bärtschi ont été publiés dans la presse régionale et Telebasel l’a, à nouveau conviée à une interview. S’il devait y avoir, parmi nous ce soir, des gens de presse, je les salue cordialement et les remercie de leur intérêt.    


Karin Hofheinz   

Quelle chance nous avons eue. Le couple Carolina Ocampo et Nicolas Matayoshi, responsables de la maison de GEMA à Huancayo a eu l’initiative de faire et de nous offrir ce livre. Avant d’expliquer les circonstances qui ont entrainé cette publication il me faut revenir en arrière. Gertrud Bärtschi a rencontré le couple par le biais d’Amnesty International dans les années 70, du temps où sévissait la mouvance de guérilla « Sendero luminoso » (le sentier lumineux). A l’époque le Pérou connaissait pratiquement un état de guerre civile car la population indigène avait étét négligée par le gouvernement. Il en avait résulté un grand mécontentement, une radicalisation et, finalement, une insurrection surtout dans la région d’Ayacucho (où se trouve Huancayo). Il y eu des actions très brutales, autant du côté du gouvernement que du côté de la guérilla. Nicolas Matayoshi fut arrêté pendant ces troubles et adopté par la section suisse d’Amnesty après qu’on ait reconnu qu’il pouvait être classé comme prisonnier politique tout en ayant refusé toute action violente ou même sans s’en être réclamé partisan. Gertrud, qui parlait déjà espagnol s’est occupée de lui dans ses fonctions à Amnesty, c.à.d comme habituellement chez tout prisonnier « adopté », qu’en plus d’envois de lettres de pétition à des responsables gouvernementaux et à la direction pénitentiaire, elle lui écrivait aussi personnellement en prison. Dans de tels cas, beaucoup de membres d’Amnesty écrivent, mais Gertrud (fidèle à elle-même) envoyait des lettres manuscrites. Déjà à l’époque cela était inhabituel et c’est pourquoi Carolina, la femme de Nicolas, lui répondit et établit le contact. En bref, Nicolas fut libéré et quelques années plus tard- en 1984- Gertrud et Carolina créèrent le projet GEMA, la maison des enfants travailleurs des rues de Huancayo dont Mr. K.Schuler va nous parler. GEMA est l’abréviation de gente del manana «les gens de demain » et peut également se traduire par pierre précieuse (le gemme). 
Nicolas avait été incarcéré en tant que prisonnier politique car il était un intellectuel et donc un suspect. En fait il est écrivain et poète. Dès 2001, lors d’une visite de GEMA aux côtés de Gertrud, il m’avait offert un petit recueil de poésie qu’il avait écrit. Il est aussi l’auteur de livres scolaires, il écrit par vocation. Par reconnaissance pour l’engagement de Gertrud,  Carolina et Nicolas prirent la décision de lui dédier un hommage. Carolina a gardé toutes les lettres que Gertrud a écrites pendant toutes ces années et les a compulsées pour ce livre. Les citations retenues sont l’authentique reflet de Gertrud et nous ne pourrions pas mieux nous exprimer. Ils ont interrogé les autres responsables de nos projets au Pérou, ils ont, bien sûr aussi discuté avec Gertrud elle-même et c’est ainsi que naquit cette brochure… je ne vais pas en dévoiler plus, car, après tout il vous appartient de le lire avec intérêt ! 
La particularité de ce livret est qu’il a été édité en espagnol et qu’une amie de Gertrud, Mme Anne Marie Tapia Fries, l’a traduit en allemand. Mme Fries s’est rendu au Pérou avec Gertrud et elle y vit encore aujourd’hui.  La fille de Carolina et Nicolas, Almendra s’est occupé de la conception graphique de l’ouvrage et le plus extraordinaire c’est que les deux éditions, l’espagnole et l’allemande, ont été imprimées dans l’imprimerie attachée à GEMA et que Gertrud  a financée. Donc également l’édition allemande alors que personne ne parle ou lit cette langue. C’est pourquoi vous pouvez aisément comprendre que quelques erreurs ont pu s’y insérer… mais un corrigé est joint au livre, tout comme il arrive à des ouvrages imprimés chez nous. 
Nous ne pourrons jamais assez remercier Carolina et Nicolas pour leur incroyable travail. Oui, toute la famille a participé aux recherches, à l’écriture et à la conception du livret. Le comité s’est même posé la question : la sévère maladie de Carolina n’était-elle pas une conséquence de l’énorme charge de travail qu’elle s’est imposée pour ce livre pendant ses moments de loisir. L’été dernier Carolina a été atteint par le syndrome de Guillain Barré, une paralysie générale dont elle se remet lentement. Elle ne peut toujours pas travailler, son mari a pris sa relève à GEMA mais il a en principe d’autres obligations… Nous tous, espérons qu’elle pourra retrouver sa place à GEMA auprès des enfants.  
Nous avons une autre chance aujourd’hui : Mr Karl Schuler s’est proposé de venir nous parler. Il est responsable de communication des interventions internationales de la Croix Rouge Suisse et visite toutes les régions en crise de par le monde pour en analyser la situation.


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Würdigung Dr. h.c. Gertrud Bärtschi

 

 

 

Karl Schuler

Es war Mitte der 80er-Jahre. Peru stand im Aufruhr, die Bevölkerung in den Anden wurde zum Opfer des Terrors der fanatischen Maoisten des „Leuchtenden Pfades“, der ins Dunkle führte, und des Gegenterrors von Armee und Polizei. Beim Besuch des Gefängnisses Lurigancho in Lima bemerkte ich einen roten Schweizerpass auf dem Bürotisch des Direktors. Darauf angesprochen, erklärte er mir und meinem Rotkreuzkollegen, da sei eine Señora von Amnesty International zu Besuch bei einer Gruppe politischer Häftlinge. Dies führte zur ersten denkwürdigen Begegnung mit Gertrud Bärtschi. Als Mutter Courage im Peruanischen  Hochsicherheitsgefängnis! Dabei erwähnte sie auch ihre übrige Arbeit zugunsten von Strassenkindern und Slumbewohnerinnen. Da wir unser Interesse daran kundtaten, lud sie uns ein zu einem „Feldbesuch“ am kommenden Tag.  „Rendez-vous punkt 7 Uhr an der Strassenkreuzung Avenida Arequipa- José Prado. Ich komme mit einem VW-Käfer und warte keine Minute auf die Herren Funktionäre, falls sie sich verschlafen sollten, denn meine Zeit ist sehr ausgefüllt“, meinte sie energisch. Diese Provokation durften wir nicht auf uns sitzen lassen. So standen wir einige Minuten vor 7 an der besagten Strassenecke, wo Gertrud Bärtschi bereits wartete, um uns am Steuer des Käfers durch das Chaos der Grossstadt Lima zu führen.  

Und ich habe die frühe Tagwacht an jenem Samstagmorgen seither keine Minute bereut. Denn nicht nur entwickelten sich dadurch eine Freundschaft und ein Vertrauensverhältnis zu einer ausserordentlichen Persönlichkeit – es war auch die Chance, engagierte Peruanerinnen und Peruaner kennenzulernen, die sich auf beeindruckende Weise für ihre benachteiligten Mitbürger einsetzen.  Seien dies Carolina und Nicolas im Kinderzentrum in Huancayo, Emilia Remund im Rehabilitationszentrum in Lima – ich werde deren Arbeit im Anschluss mit einigen Bildern illustrieren - oder Ricardo Rivera, der für die Verbesserung der Lebensbedingungen in Slumsiedlungen verantwortlich zeichnet.  

Die Freunde in Peru haben Gertrud Bärtschi nun mit viel Zuneigung die Lebensgeschichte  „Ein Leben für die Ärmsten in Peru“ zum Geschenk gemacht - und damit auch uns alle beschenkt.   

Dein Engagement, liebe Gertrud, ist durch die Verantwortung für jene Menschen geprägt, die vom Leben benachteiligt sind. Dein frühes Schicksal im Emmentaler Waisenhaus war wohl der ursprüngliche Antrieb dazu. Mit grosser Hartnäckigkeit hast Du eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert und dann als Autodidaktin und Self-Made-Woman  ein bewundernswertes Werk geschaffen. Dafür wurdest Du verdientermassen mit der Würde eines Doktors der Universität Basel ausgezeichnet. Eigentlich darf dieser Honoris Causa-Titel, obwohl von der Medizinischen Fakultät verliehen, durchaus interdisziplinär verstanden werden. Die Generierung eines hohen Spendenaufkommens und die sorgfältige Verwaltung der Mittel, vor allem aber die Initiative zur Eigenfinanzierung vor Ort – wie beispielsweise durch die Druckerei im Kinderzentrum in Huancayo oder die Forellenzucht in der Bergschule – verdienen die Anerkennung der Wirtschaftswissenschaften.  

Den Titel der Fakultät für Psychologie, Fach Angewandte Psychologie, erhältst Du für Deine geschärfte Menschenkenntnis. Denn das A und O einer erfolgreichen und nachhaltigen Projektarbeit besteht in der richtigen Auswahl der Partner vor Ort. Und da hast Du Dich nie getäuscht, es sind vertrauenswürdige Fachleute im Einsatz. Sollte jener anonyme Spender, der Dir nach einem kurzen Telefonanruf einen Betrag in 5-stelliger Höhe in den Briefkasten legte, hier im Saal anwesend sein, so darf ich ihm versichern, dass sich dieses Vertrauen gelohnt hat! Dein gutes Gespür für die Mitmenschen hast Du erneut bewiesen, als Du  für die langfristige Sicherung der „Solidaridad Suiza-Perú“ die Verantwortung dafür hier in Basel in Hände weitergabst, die, so scheint es mir, Dein Vertrauen voll verdienen.  

Als Vertreter des SRK darf ich auch festhalten, dass Du die heutigen Schlagworte der Entwicklungszusammenarbeit  wie Empowerment, Nachhaltigkeit und Partizipation schon klug in der Praxis umgesetzt hast, bevor diese von akademischen Kreisen verkündet wurden. Die Peru-Projekte sind humanitär in jenem Sinne, als sie die menschlichen Lebensverhältnisse zum Besseren verändern. Aber sie sind weder paternalistisch noch rein karitativ. Dein Credo war immer das Mitgehen und die Stärkung der Selbstverantwortung.  

Liebe Gertrud, im Gegensatz etwa zu einem von der ganzen Medienlandschaft als Held gefeierten Beatocello bedrängst Du die Öffentlichkeit nicht mit seitenlangen teuren Inseraten. Dein Vertrauenskapital und Netzwerk hast Dur Dir durch Deine einfache und überzeugende Ausstrahlung, Deine Gradlinigkeit und Deinen ausserordentlichen Einsatz geschaffen.  Auch noch Anfang dieses Jahres und bei nachlassenden Kräften  war Dir der Weg in die peruanischen Anden auf 5‘000 Meter Höhe nicht zu weit, um die Grundschulen zu besuchen. Die Kinder von Chillihuani verdanken es Dir – und wir alle mit ihnen. Und wünschen Dir für die kommenden Jahre eine aktive Anteilnahme am Geschehen in Peru und hier bei uns – aber auch die nötige Zeit, um vermehrt die Seele baumeln zu lassen.  


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Hommage à Mme. Dr.h.c. Gertrud Bärtschi     

Karl Schuler

Nous étions au milieu des années 80. Le Pérou connaissait des émeutes, les populations andines étaient les victimes à la fois de la terreur des fanatiques maoïstes du Sentier Lumineux qui menait vers le chaos et de la contre-terreur de l’armée gouvernementale et de la police. En visitant la prison Lurigancho à Lima, je remarquais un passeport suisse, rouge, sur le bureau du directeur. L’interpellant à ce sujet il nous expliqua, à moi et à mon collègue de la Croix Rouge, qu’il y avait une « senora » d’Amnesty International en visite auprès d’un groupe de prisonniers politiques. Cela mena à la première rencontre mémorable avec Gertrud Bärtschi. Une Mère Courage au sein du quartier pénitentiaire de haute sécurité péruvien ! Elle fit également mention de son autre engagement auprès des enfants des rues et des habitantes des bidonvilles. Exprimant notre intérêt pour ces actions, elle nous invita à une visite sur place le jour suivant. «Rendez-vous à 7 h piles au carrefour Avenida Arequipa-José Prado. Je serai en VW coccinelle et n’attendrai pas une minute de plus les messieurs fonctionnaires si vous deviez avoir une panne de réveil car mon emploi du temps est complet » nous répliqua-t-elle avec énergie. Nous ne pouvions point répondre à cette provocation et quelques minutes avant 7h nous nous tenions au coin de rue annoncé… où Gertrud Bärtschi nous attendait déjà afin de nous véhiculer, au volant de la coccinelle, au travers du chaos de la grande ville de Lima.     

Et je n’ai jamais regretté une seule minute d’avoir dû me lever si tôt un samedi matin. Car ce n’est pas seulement une amitié et une relation de confiance avec une personnalité extraordinaire qui en résulta- ce fut également la chance de rencontrer des péruviennes et des péruviens engagés qui se dévouent sans compter pour aider leurs compatriotes défavorisés. Que ce soit Carolina et Nicolas dans leur centre pour enfants de Huancayo, Emilia Remond au centre de réinsertion de Lima- je vous présenterai quelques images de son travail à la fin de mon discours-ou bien Ricardo Rivera qui s’occupe de l’amélioration des conditions de vie dans les bidonvilles. Les amis péruviens ont offert avec beaucoup d’affection l’histoire d’une vie «  Une vie au profit des plus pauvres au Pérou » à Gertrud Bärtschi- et par la même nous ont également fait un cadeau.       

Ton engagement, chère Gertrud, est marqué par la responsabilité envers ceux qui sont désavantagés par la vie. Ton destin précoce dans l’orphelinat d’Emmental en a certainement été le catalyseur. C’est avec obstination que tu as suivi une formation d’infirmière puis, d’une manière autodidacte et en parfaite self-made woman, tu as construit une œuvre admirable. Tu en fus récompensé par le titre, oh combien mérité, de docteur de l’université de Bâle. Ce titre Honoris Causa, même s’il a été attribué par la faculté de médecine, s’étend à toutes les disciplines. La genèse d’un fond de donateurs important et la gestion exemplaire de ces moyens, surtout l’initiative d’autofinancement sur place- comme par exemple l’imprimerie du centre des jeunes à Huancayo ou l’élevage de truites à Chillihuani-méritent la reconnaissance des économistes.       

Le titre au nom de la faculté de psychologie, option psychologie appliquée, t’est attribué pour ta connaissance accrue de l’humain. Car la réussite d’un travail dans un projet durable repose sur le bon choix du partenaire local : Et, là, tu ne t’es jamais trompée, ce sont des personnes de confiance qui oeuvrent  sur place. Si le donateur  anonyme qui, suite à un court entretien téléphonique, t’a déposé une somme d’argent à 5 chiffres dans ta boîte aux lettres, est présent dans la salle ce soir, je peux lui garantir que cette confiance est méritée ! Tu as à nouveau prouvé ton sens du prochain en confiant l’avenir de « Solidaridad Suiza-Peru » ici à Bâle à d’autres mains qui, il me semble, méritent pleinement ta confiance.      

En qualité de représentant de la Croix Rouge Suisse je peux aussi soulever que tu as appliqué efficacement les termes contemporains de l’aide au développement commun tels empowerment, durabilité et participation, dans la pratique bien avant qu’ils soient seulement  énoncés par les académiciens des cercles humanitaires. Les projets au Pérou sont humanitaires en tous sens car ils améliorent les conditions de vie humaine. Mais ils ne sont ni paternalistes ni purement caritatifs. Ton crédo a toujours été l’accompagnement et le renforcement de l’auto-responsabilité.  

Chère Gertrud, à l’encontre d’un Beatocello, adulé par tous les médias et fêté comme un héros, tu n’encombre pas le paysage publicitaire avec des articles longs et coûteux. C’est par ton rayonnement, convaincant et simple, ta droiture et tes efforts constants que tu as construit ton capital de confiance et ton réseau d’amis. Il y a peu encore, en début d’année, avec des forces amoindries, tu n’as pas renoncé à braver les chemins des Andes péruviennes à 5000 m d’altitude pour visiter les écoles primaires. Les enfants de Chillihuani t’en sont reconnaissant- et nous également. Pour l’année à venir nous te souhaitons  une participation active à la vie péruvienne et chez nous aussi- mais également le temps nécessaire pour pouvoir un peu plus souvent laisser se reposer l’esprit.