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Werdegang von Frau Dr. h.c. G. Bärtschi

 

 

 

Frau Bärtschi wurde am 29. Januar 1932 geboren. Als Findelkind verbrachte sie die grösste Zeit ihrer Kindheit auf einem Bauernhof im Luzernischen. Schon früh trug sie sich mit dem Gedanken, vom Schicksal hart getroffenen Menschen, vor allem benachteiligten Kindern, zu helfen. Dieser Wunsch war richtungsweisend für ihr ganzes Leben.

Nach dem Besuch der Handelsschule liess sie sich zusätzlich zur Krankenschwester, Hebamme und Sozialarbeiterin ausbilden. Sie arbeitete in verschiedenen Hilfswerken in der Karibik, wollte aber immer auch Südamerika kennen lernen. So kam sie nach Peru, wo sie das Elend der armen Bevölkerung besonders aufrüttelte. Zusammen mit Einheimischen fasste sie den Entschluss, eine Ausbildungsstätte für geistig und körperlich behinderte Jungendliche einzurichten. Die Leiterin, die dieses Haus nach 45 Jahren immer noch führt, sitzt selbst im Rollstuhl. Bald realisierte Gertrud Bärtschi, dass der finanzielle Einsatz ihre Möglichkeiten in Peru überstieg und so entschloss sie sich 1971 in die Schweiz zurückzukehren. Auf der Notfallstation des Kantonsspitals Basel trat sie eine Stelle an; dort arbeitete sie bis zu ihrer Pensionierung und teilte ihr Einkommen mit Peru.

Schnell gelang es ihr viele Menschen zu überzeugen, sie bei ihrem Projekt zu unterstützen. Mit monatlichen Patenschaften konnte sie das Behindertenzentrum in Lima erhalten, ja ausbauen. Jährlich reiste sie nach Peru und jedes Mal wurde ihr Engagement grösser. So kamen das Projekt für Strassenkinder in Huancayo, ein Familienförderungsprojekt im Armenviertel von Lima, Projekte in Ica für die politisch vertriebene Landbevölkerung und drei Schulen in den Anden von Cusco dazu.

Für die Finanzierung dieser über ganz Peru verteilten Projekte fand sie immer wieder Menschen, die sie regelmässig mit Patenschaften oder mit einmaligen Spenden aus Aktionen, speziellen Anlässen wie Geburtstagsfeiern, Jubiläen, aber auch Beerdigungen bedachten.

Im Jahr 1994 wurde ihr selbstloses Engagement - das sie nicht mit dem Wort Hilfe beschreiben möchte, sie bevorzugt „Teilen“ - mit dem Titel des Ehrendoktors der medizinischen Fakultät der Universität Basel gewürdigt.

Zur Entlastung von Gertrud Bärtschi, die im Januar 2010 ihren 78. Geburtstag feierte, und in Sorge um die Zukunft der so gross gewordenen und bestens geführten Projekte gründete eine Gruppe von Bewunderern und Wegbegleitern, die Gertrud Bärtschi grösstenteils schon über Jahrzehnte unterstützt haben, im Juni 2009 den Verein „Solidaritaet Schweiz-Peru, Projekte Gertrud Bärtschi“.